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Berliner Clubkultur politisiert sich

Clubkultur

Gestern ging ein bewegter Tag in Berlin zu Ende, der neben zahlreichen anderen Demonstrationen, auch durch den großen Einfluss der Berliner Clubkultur geprägt war. Die AfD rief zur Großdemo im Schulterschluss mit Pegida. Anders als vor drei Jahren, schaffte es ein breites Bündnis aus 13 Demonstrationen dagegen zu mobilisieren.

Berlin bleibt bunt

Während auf der einen Seite die zum Teil gratis verteilten Deutschlandfahnen dominierten, war die andere Seite vor allem eins: Bunt.

Von den reinen Zahlen her, war die AfD Demo mit 5000 Personen deutlich kleiner als erwartet. Die Gegenseite schaffte es dagegen auf 25000 (Schätzung der Polizei) oder gar 72000 (Schätzung der Veranstalter). Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Clubkultur ist politisch!

Einen Großteil dieser Menschen hat ein Zusammenschluss von fast 150 Berliner Clubs und Veranstaltern unter dem Titel „Afd wegbassen“ auf die Straße gebracht. Das ist bemerkenswerter als es zunächst scheinen mag, weil die Akteure des Berliner Nachtlebens durchaus sehr unterschiedlich sind und sich auch unterschiedlich stark politisch engagieren.

Im Aufruf dazu heißt es: „Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner.“ In diesem Satz steckt sehr viel von dem was die Szene aus und auch besonders macht.

Es ist unbestritten, dass in Berlin das Nachtleben und mit ihm seine Clubs einen besonderen Stellenwert haben. Sie kreieren nicht nur „Safe Spaces,“ für alle Menschen die sich dort aufhalten, sondern sie beeinflussen auch Kultur & Stadtentwicklung, wie man es zum Beispiel am Holzmarkt sehen kann.

Sie als gänzlich unpolitisch zu bezeichnen, wäre somit per se schon einmal nicht ganz richtig. Mit der Clubkommission gibt es einen (auch in der Szene nicht immer unumstrittenen) Lobbyverband, der aktiv Politik mitgestaltet.

Das diese unterschiedlichen Akteure sich nun zusammengeschlossen haben, um einen kreativen und bunten Protest zu organisieren halte ich für sehr begrüßenswert, weil sie mit ihrer Reichweite viele Menschen mobilisieren konnten. Etwas was vielleicht auch in Zukunft weiter entwickelt werden kann.

Kreativer Protest aus Glitzer und auf Flößen

Natürlich sind die Clubs nicht die einzigen, die an diesem Sonntag mobilisiert haben. Rund um das historische Stadtzentrum gab es 13 Demonstrationen, von denen die Flöße auf der Spree die wohl bemerkenswerteste war. Es entstand auch durch zwischen den verschiedenen Demonstrationen hin und herlaufenden Menschen ein wenig der Eindruck, als sei die ganze Stadt auf den Beinen.

Hängen bleiben, werden von diesem Tag sicherlich weniger die Deutschlandfahnen vor dem Hauptbahnhof und am Brandenburger Tor. Es ist der Gegenprotest, ein buntes Berlin und eine sich politisch positionierende Clubkultur und Kreativszene, die die bunten Bilder an diesem Tag vor allem prägen.

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